Insolvenzantrag gegen Rev-Share-Betreiber oder andere Affiliate-Programme stellen?

(Achtung! Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar, sondern liefert Informationen für Betroffene die offene Forderungen gegenüber solchen Programmen haben)

Geht das überhaupt. Ja, das geht.

Gemäß der Insolvenzordnung (InsO) ist ein Fremdantrag für jeden Gläubiger möglich. In der Regel ist uns ja der sogenannte Eigenantrag bekannt der die private Insolvenz einläutet wenn man diesen stellt. Doch § 13 Abs. 1 Satz 2 InsO gibt auch dem Gläubiger die Möglichkeit, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen einen Rev-Share Betreiber oder Betreiber eines anderen Verdienstprogrammes als Gläubiger zu beantragen.  Nach § 14 InsO sollte der Gläubiger/Affiliate hierzu natürlich ein rechtliches Interesse haben. Er sollte hier seine Forderung und einen Eröffnungsgrund glaubhaft darstellen können. Ein Insolvenzgrund, nämlich die – Zahlungsunfähigkeit – (§ 17 InsO) liegt wegen dem Ausbleiben der versprochenen Gewinne sowie der Nicht-Möglichkeit seine Werbung zu schalten, ja vor.

Wenn also ein Rev-Share-Betreiber oder Betreiber eines anderen Programmes, über Wochen technische Schwierigkeiten oder andere Schwierigkeiten als Grund dafür angibt, das sein System nicht ans laufen kommt und daher Auszahlungen nicht vorgenommen werden können, dann darf man als Gläubiger wohl recht annehmen dürfen, das propagierte technische Schwierigkeiten eher vorgeschobener Natur sind. Es wäre also zu überprüfen, ob überhaupt noch Masse vorhanden ist, um Ihre Forderungen zu befriedigen. Der Rev-Share – Betreiber oder Betreiber eines anderen Verdienstprogrammes indes wird Ihnen natürlich nicht auf die Nase binden, das er grad mal Zahlungsunfähig ist.

Der Verdacht einer Insolvenzverschleppung liegt in vielen Fällen nahe.

Wer trägt die Haftung und die Verfahrenskosten? Nun in erster Linie immer erst der Gläubiger beziehungsweise Antragsteller. Diese betragen in der Regel mindestens eine 0,5 Gebühr von der Forderungshöhe. Sie kann also auch darüber hinaus liegen. Hinzu kommen natürlich noch eventuelle Anwaltskosten ihres eigenen Anwalts, sowie des Anwalts der gegnerischen Partei, sollte Ihrem Insolvenzantrag nicht stattgegeben werden. Ein Risiko besteht also immer, das Sie am Ende auf diesen Kosten sitzen bleiben.
Lassen sie sich also zuvor erst eingehend von einem Fachanwalt beraten, ehe sie diesen Schritt gehen!

Bei Kleinstbeträgen lohnt sich ein Fremdantrag also wohl kaum. Eher bei jenen Gläubigern/Affiliate die mehrere Tausend Euro in ein Rev-Share-Programm oder anderes Verdienstprogramm investiert haben in der Hoffnung einen Batzen Gewinne abstauben zu können.

Hier wäre in erster Linie ein Beratungsgespräch mit einem Fachanwalt notwendig.

Der Fremdantrag gilt nicht nur für Rev-Share-Programme, sondern kann natürlich auf jeden Betreiber von Verdienstprogrammen/Systemen in Deutschland gegen den man eine Forderung hat, angewendet werden. Inwieweit ein Fremdantrag auch im Europäischen Ausland gestellt werden kann, wird Ihnen ihr Anwalt näher erläutern.
Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung, sondern um eine Weitergabe von Informationen für Betroffene von offenen Forderungen. Jeder Gläubiger/Affiliate ist natürlich angehalten, in jeden Fall Rechtsberatung bei seinem Anwalt des Vertrauens zu suchen um die Möglichkeiten eines Insolvenzantrages/Fremdantrag zu besprechen. In der Beratung wird auch erläutert wer genau die Kosten trägt, ob diese bei positivem Bescheid des Insolvenzantrages zurück erstattet werden oder nicht.

Wichtig! Niemals mit einem Insolvenzantrag drohen um an seine Forderungen zu kommen. Denn das käme einer strafbaren Nötigung nach §240 StGB gleich und sie hätten dann den schwarzen Peter in der Hand. Außerdem zeigen Sie dem Gläubiger an, das Sie Kenntnis von der Insolvenz haben. Bezahlt dieser nun Ihre Forderungen und geht später in die Insolvenz, dann haben Sie schlechte Karten, denn ein Insolvenzverwalter kann diese Zahlung bis zu 10 jahre zurückfordern.
Also noch einmal. Zum Anwalt Ihres Vertrauens gehen und sich eingehend beraten lassen. Und dann Nägel mit Köpfen machen, aber dabei keine vorweggenommene Drohung ausposaunen.

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