Werben für Rev-Share-Programme

Hat man sich einmal für ein oder mehrere Rev-Share-Programme entschieden will man natürlich auch so schnell wie möglich Geld damit verdienen. Ich stelle jetzt mal die Legalität solcher Programme außen vor, da dieses Thema ja bereits in anderen Beiträgen behandelt wird.

Viele gehen nun hin und erstellen WordPress-Blogs, eigene Webseiten mit eindeutiger Domain etc., Werbung auf Presseportalen etc. und bewerben nun die Rev-Share-Programme, denen man sich angeschlossen hat.

Doch wie sieht es eigentlich aus, wenn unvorhergesehene bzw. vorhergesehene Ereignisse in Form von;

  1. es wird nicht mehr ausgezahlt
  2. Programm stellt sich nachträglich als illegal heraus
  3. oder sonstiges

eintreten.

Sollte man dann noch für diese Programme trotzdem Werben obwohl man weiß, das die zuvor gemachten Aussagen zu dem jeweiligen Programm nicht mehr stimmen?

Nun kann man machen. Man gerät aber dann auch mit dem Straf- und Zivilrecht in Konflikt.

Warum?

Nun der häufigste Begriff im Strafrecht ist zum Beispiel die Vortäuschung falscher Tatsachen im Zusammenhang mit §263 Betrug.

Da eine wahre Tatsache nicht vorgetäuscht werden kann, muss also zwangsläufig die falsche Tatsache vorsätzlich einen Irrtum erregen.

Wenn Sie als Affiliate also zum Beispiel neue Affiliate/Kunden in ihre Downline rekrutieren mit dem Wissen, das dieses oder jenes Rev-Share-Programm seit Wochen nicht mehr ausbezahlt, und Sie dem neuen Affiliate/Kunden diese Umstände vor einer Registrierung nicht mitteilen, dann erregen Sie vorsätzlich einen Irrtum bei dem neuen Affiliate/Kunde. Sie suggerieren also mit Vorsatz Tatsachen die nicht mehr stimmen. Diesen Vorsatz müssen Sie also begangen haben um strafrechtlich verurteilt werden zu können.

Bei einer Stichprobe von 500 Affiliate verschiedenster Rev-Share-Programme, die zum Beispiel seit Wochen nicht mehr auszahlen, haben 98 % der Affiliate trotzdem weiterhin Werbung für diese Rev-Share-Programme betrieben. Lediglich 2 % haben die Werbung für solche Rev-Share-Programme gänzlich eingestellt, indem diese zum Beispiel von den Webseiten etc. völlig verbannt wurde.

Haftet der Sponsor nun aufgrund des Zivilrechts für den entstandenen Schaden und kann dieser eingeklagt werden? Ja, wenn der Sponsor den neuen Affiliate/Kunden über die tatsächlichen Begebenheiten nicht aufgeklärt hat. Hierzu sollten Sie auf jeden Fall einen Anwalt Ihres Vertrauens befragen.

Was passiert wenn aufgrund falscher Informationen der neue Affiliate/Kunde nun auch Werbung für das Rev-Share – Programm betreibt, für das er sich eingeschrieben hat?

Nun, in diesem Fall gilt, „Unwissenheit schützt nicht vor Strafe“ und so sollte jeder neue Affiliate/Kunde sich zuvor schon informiert haben oder aber seinen Sponsor auf den Zahn fühlen.

Ich hab von nichts gewusst – Das mag wohl sein, täuscht aber nicht über die Tatsache hinweg, das trotzdem gegen Straf- und Zivilrecht verstoßen wurde.

Fazit: Ich empfehle also immer wieder in solchen Fällen, wo sich die eigentlichen Tatsachen zu dem ein oder anderen Rev-Share-Programm massiv geändert haben, diese neuen Tatsachen mit in die Werbung einzubauen oder aber die Werbung gänzlich einzustellen bis der alte Tatsachenzustand wieder hergestellt ist. Beachten Sie bitte das dieser Beitrag lediglich meine persönliche Meinung wiederspiegelt und keine Rechtsberatung darstellt. Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Anwalt des Vertrauens, um rechtliche Fallstricke in Hinblick auf diesen Beitrag mit diesem zu erörtern.

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2 Kommentare zu “Werben für Rev-Share-Programme

  1. Dazu wäre noch zu erwähnen, dass „Vermittler“ solcher Programme eine Genehmigung der BaFin benötigen, die schätzungsweise 99,99 % nicht haben. Also das schon mal illegal !!!
    Und an die Oberschlauen-Brauch-Ich-Nicht-Posauner glasklar: Dass eine solche Genehmigung benötigt wird, hat bereits ein Landgericht (Hamburg) entschieden ….
    Somit greift die Haftung bis zum lebenslangen finanziellen Ruin … viel Spass

    Gefällt mir

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