Hurra ich bin reich – eine kleine Geschichte am Rande

(G1-11-2016)

Klaus K. (Name der Redaktion geändert) hatte sich aufgemacht dem amerikanischen Markt mit seinen grazy Klodeckel zu erobern. Was lag also näher eine Amerikanische Kooperation zu gründen. Nicht leichter als das, dachte sich Klaus K. und fand prompt im Internet auch schon den passenden Anbieter (nennen wir sie mal die – MOS Inc.) , der für relativ wenig Geld den Papierkram und die Anmeldung vollziehen würde.

Direkt im Angebot eine Übernahme einer bestehenden Kooperation inkl. Bankkonto und 800 Millionen Dollar Aktienanteile (Shares). Wow dachte sich Klaus K., der mittlerweile vom Dollarzeichen geblendet in eine von außen forcierten Scheuklappenmentalität überging. Für sage 4900 Euro sollte die Kooperation also den Besitzer wechseln. Flugs wurde der Betrag über einen deutschen Treuhänder an die in Amerika ansässige deutschen Agentur gezahlt.

Nach nur wenigen Tagen bekam Klaus K. alle genannten Dokumente zu Unterschriftsabgabe übersendet. Von einen Anflug von Glücksgefühlen freute sich Klaus K. bereits auf den amerikanischen Markt, hatte er doch immerhin eine Kooperation mit 800 Millionen Dollar Aktienanteilen für schlappe 4900 Euro ergattert.

Der Krux jedoch fand sich später ganz woanders. Denn nachdem also die Kooperation auf seinen Namen umgeschrieben worden war, zeigten die eingegangenen Dokumente plötzlich keinen Hinweis auf die 800 Millionen Aktienanteile mehr. Sie waren weg. Auf Nachfrage bei der beauftragten Agentur wartet dieser bis heute auf eine Antwort.

Ein klarer Hinweis. Bei Anmeldung einer Kooperation in Amerika können Aktienanteile in unbegrenzter Höhe angegeben werden, sie müssen aber nirgend eingezahlt oder nachgewiesen werden. Mit diesen Dokumenten lassen sich also Kooperation besser und schneller mit einem höheren Ertrag verkaufen. Ein klarer Betrug am deutschen Kunden.

Fazit: Lassen Sie sich nicht blenden, besonders dann nicht wenn ihnen eine Kooperation angeboten wird die Millionen Aktienanteile vermeintlich aufweist. Fordern Sie klare Fakten von der Agentur an und fragen Sie nach. Lassen Sie sich alles schriftlich bestätigen.  Am besten aber, sie lassen von solchen Angeboten einfach die Finger weg.

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2 Kommentare zu “Hurra ich bin reich – eine kleine Geschichte am Rande

  1. Zu den U.S. Corporations gibt es eine Menge die man wissen muß. U. a., daß das Stammkapital der Aktienanteile nie eingezahlt werden oder nachgewiesen werden muß. Selbst eine Vorratsgesellschaft mit 800Mio bekommt man nicht unter $20,000. Billigangebote sind immer mit vorsicht zu betrachten. Bei Fragen zu Firmengründungen einfach mich fragen^^ hab da etwas Erfahrung mit.

    Und ja, bevor die Verwunderung kommt, der HYIP-Vermarkter schreibt hier auch nen Kommentar^^

    Gruß masternemo

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    • Ach wir sind hier alle dreimal chemisch gereinigt. Solange alles im Rahmen bleibt, darf hier jeder seine Meinung kundtun.

      Die hier in diesem Beitrag erwähnten Billigangebote stammen übrigens allsamt von der Akcento. Und die sind ja dafür bekannt, billig alles zu verscherbeln, dann in einem anderen US-Bundesstaat unter dem gleichen Namen eine gleiche Firma zu gründen, Bankkonten zu eröffnen etc. Schütt ist ja deswegen bereits einschlägig verurteilt worden.

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